Babyzeichensprache: Möglichkeiten der Kommunikation mit einem Kleinkind

Bei einem Besuch der Hebamme kurz nach der Geburt, hat sie uns davon erzählt, dass es Babyzeichensprache gibt. Ich habe mich informiert, recherchiert, Angebot gecheckt und bin auf ein YouTube-Video gestoßen, dass ich faszinierend fand https://www.youtube.com/watch?v=EnPbq2tSDDI. Ich hatte den Eindruck, dass es einfach eine tolle Sache ist und so haben wir uns ein Bilderbuch zum Erlernen der Babyhandzeichen bestellt.

 

Mit 9 Monaten begann unsere Tochter "Fisch" zu zeigen. Wir hatten ein Aquarium und beim Singen des Liedes "3 kleine Fische" habe ich die Fische mit Babyzeichen begleitet. Wir waren aus dem Häuschen und haben förmlich die Explosionen in ihrem Kopf gesehen und sie wirkte als könnte sie es selber nicht glauben, dass sie willentlich ihre Hand steuern kann!

 

  

Sie merkte sehr schnell, dass sie mit dieser einen Handbewegung unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. So konnte die Bewegung heißen "Mama, ich möchte die Blätter am Busch anfassen" oder auch "Mama, schau mal die Frau hat eine glänzende Kette". Allein das war faszinierend und sie hat so aktiv (und ohne Laute!) mit uns in Kontakt treten können.

 

Letztlich ist auch ein Winken beim Verabschieden schon eine Gebärde mit der etwas zum Ausdruck gebracht wird. Wachsen Kinder in einem Umfeld auf, in dem Gebärdensprache gesprochen wird, (z.B. Gehörlose) sprechen sie wie selbstverständlich auch Gebärdensprache und können sich so ,lange bevor sie verbal in der Lage dazu sind, äußern, und sich austauschen. Unsere Tochter hat das Konzept Kommunikation so bereits gelernt gehabt, als sie begann mehr Worte zu verwenden.

 

Wir haben durch die Babyzeichensprache verstanden, dass sie mit einem Jahr alles verstanden hat!       Ja, wirklich Alles!

 

Manchmal glaube ich, dass es viele Kleinkinder aufgeben mit anderen (ohne Sprache) zu kommunizieren. Schlichtweg, weil sie nicht verstanden werden und permanent diese Erfahrung machen. Wenn ich immer versuchen würde mit Asiaten Deutsch zu reden und ständig die Erfahrung mache, dass es keinen Unterschied macht ob ich spreche oder nicht, dann, würde ich es vermutlich auch aufgeben...

 

Ich fand die Worte "mehr" und "fertig" sehr sinnvoll, zumal sie mit einem Jahr in die Krippe kommen sollte. Es hat gar nicht lange gedauert und wir fragten beim Essen "Willst du mehr oder bist du fertig" und sie antwortete entsprechend. Es hat wiederum nicht lange gedauert und sie forderte von sich aus "mehr" beim Essen. Auch Worte wie "nochmal" und natürlich Namen, also Gebärden für die Oma, die Erzieher, Onkel usw. zeigten we vielfältig Gebärden verwendet werden können. Immer wieder staunte ich über ihr Verständnis von Sprache. Beim Wort Giraffe machte sie zunächst die Gebärde für Affe und bei Nilpferd die Gebärde für Pferd und auch bei Hei-ke verwendete sie die Gebärde für Ja-cke.

 

Als Gebärden-unterstütze Kommunikation (GUK) ist mir das Konzept der Babyzeichensprache bei einer Freundin begegnet, die ein Down-Syndrom-Baby hat. Genauso wie behinderten Kindern, die voraussichtlich später als "der Durchschnitt" sprechen werden können, mit dem Konzept die Kommunikation zugänglich gemacht wird, genauso können wir alle unseren Kindern ermöglichen schon früher zu kommunizieren, als sie verbal dazu in der Lage sind.

 

Jede Gebärde, die euer Kind macht, bringt euch in Kontakt!

 

Einmal in der U-Bahn machte sie Luftballon und ich war verwirrt, doch dann zeigte sie mir, dass gerade ein Mann mit Kinderwagen in die U-Bahn gestiegen ist und am Kinderwagen ein Luftballon hing. Wenn euer Kind die Möglichkeit hat euch etwas zu sagen, habt ihr die Möglichkeit darauf zu reagieren, Stellung zu beziehen. Das heißt, ihr kriegt die Chance dem Kind zu erklären "Stimmt, Affe steckt auch in Giraffe. Giraffe ist ein anderes Tier, schau..." oder auch zu sagen "Ich hab dir das Lied jetzt 5 Mal vorgesungen und jetzt mach ich erst mal eine Pause (nachdem die Gebärde für Nochmal schon 4 Mal kam" ;- ). Nutzt die Chance!

 

Und wie habt ihr Babyzeichensprache gelernt?

Ich bin immer wieder gefragt worden wie wir Babyzeichensprache gelernt haben und deshalb hier noch der Link zu dem Buch mit dem wir begonnen haben (Teil2 hatten wir dann auch noch).

 

Eva Möller: Bilderbuch der Babyhandzeichen


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